Internet einfach erklärt

Wie kommst du zu einer Website?

Die Voraussetzungen für deinen eigenen Internetauftritt

In diesem Artikel sage ich dir genau, was du für deine eigene Website benötigst. Damit du auch den Hintergrund verstehst, gibt es zunächst ein paar Grundlagen zum Internet und zum world wide web.

Was ist das Internet überhaupt?

Das Internet ist erst mal eine Verbindung von sehr vielen Computern. Vielen von Ihnen stehen in Gestellen in großen Rechenzentren, aber auch der Rechner auf deinem Schreibtisch ist meistens mit dem Internet verbunden. Alle diese Computer können Daten miteinander austauschen. Wie sie das tun, ist in verschiedenen, sogenannten Internet-Protokollen geregelt.
Auf diesem Netz bauen dann verschiedene Dienste auf. Das sind z.B. Email oder das www (das World Wide Web), das so wichtig ist, dass es oft synonym mit dem Internet benutzt wird. Streng genommen ist es aber nicht das Gleiche. Das Internet sind die Schienen und Weichen (und der Fahrplan), das www ist ein Zug , der darauf fährt.

Wie kommt die Webseite in den Computer?

Zunächst mal eine Begriffsklärung:
Unter einer Website versteht man den gesamten Webauftritt, der unter einer Webadresse (dazu später mehr) verfügbar ist.
Das sind im Normalfall mehre Webseiten (oder Webpages), vielleicht Dateien, die man herunterladen kann.

Alles beginnt mit deinem Webbrowser, also der Software, mit der du Webseiten anschaust.
Das sind z.B. Chrome, Firefox, Safari, Edge oder was immer du sonst benutzt.
Wenn du z.B. etwas über mein Angebot wissen möchtest, gibst du „www.ortliebweb.com“ in die Adresszeile deines Browsers ein. Der weiß genau, was er jetzt tun muss.
Und das ist zunächst mal eine Vermittlungsaufgabe. Während für dich „www.ortliebweb.com“ logisch, verständlich und vor allen Dingen gut merkbar ist, haben Computer damit Schwierigkeiten. Es ist nicht gut zu verarbeiten und lässt sich schwer kategorisieren und einteilen. Computer mögen so etwas: 92.204.55.37, die sogenannte IP-Adresse. IP steht, du ahnst es vielleicht schon, für Internet Protocol, den Vorschriften zum Datenaustausch im Internet. Um beides zusammen zu bringen, was du dir merken kannst und was ein Computer sinnvoll findet, gibt es sogenannte DNS-Server.
Da fragt dein Browser jetzt an, in etwa so: „mein Benutzer möchte www.ortliebweb.com aufrufen, weißt du die IP-Adresse?“. Der DNS-Server antwortet: „klar kein Problem, das ist 92.204.55.37“. Jetzt weiß dein Browser Bescheid und wendet sich an den Server, der unter der IP-Adresse 92.204.55.37 angesprochen werden kann.

Was ist ein Server?

Würde ich blöde Wortspiele mögen, hätte die Überschrift zu diesem Kapitel auch „Servus, ich bin ein Server“ lauten können. Tatsächlich hängt beides zusammen. Die Grußformel „Servus“ bedeutet soviel wie „ich bin dein Diener“, „zu Diensten“. Und genau das macht ein Server! Er dient dabei mit dem, was man im Internet so braucht: Daten! Ein Server ist also ein Computer, der mit einem Netz, in unserem Falle dem Internet, verbunden ist und auf Anfrage Daten über dieses Netz liefert. Da es uns hier um Webseiten geht, sprechen wir auch genauer von Web-Servern. Also Servern, die Daten für das www ausgeben. Das sind Daten, die dein Webbrowser darstellen kann. Und da sind wir doch schon ziemlich nah am Geschehen!

Internetprotokoll

Was zeigt mein Browser da eigentlich an?

Nun hast du also „www.ortliebweb.com“ in deine Adresszeile eingegeben, dein Browser hat herausgefunden, auf welchem Server er die zugehörigen Daten findet und fragt da jetzt mal nach. Der Server kann jetzt, ehrlich gesagt, gar nicht soviel. Aber Dateien an deinen Browser schicken, das kann er!
Also schickt er Dateien, in denen beschrieben ist, wie die angeforderte Webseite aufgebaut ist und was dargestellt werden soll. Dann Dateien, die beschreiben, wie das Ganze gestaltet werden soll. Außerdem natürlich noch die Inhalte selber, also Bilder, Videos, evtl. Musik usw. . Zusätzlich kann es dann noch kleine Programmteile geben, die direkt von deinem Browser ausgeführt werden können. Die könnten z.B. prüfen, ob die Telefonnummer, die du in ein Kontaktformular eingegeben hast, auch keine Buchstaben enthält.
So eine Datei könnte z.B. so aussehen.

HTML und CSS Code beispiel

Bloß gut, dass der Browser weiß, was er damit machen soll und das Ganze etwas menschenfreundlicher anzeigt!
Das war es schon!
Wenn du jetzt auf einen Link klickst, geht das Spiel wieder von vorne los. Der Browser schaut, wo er die jetzt gewünschte Seite findet, fordert beim Webserver die Daten und wenn er sie bekommen hat, übersetzt er sie in eine (hoffentlich) ansehnliche Webseite.

Wie kommst du jetzt zu einer Website?

Nachdem, was wir jetzt schon wissen, muss es irgendwo einen Webserver geben, der Daten bereit hält, die am Ende deine Webseiten ergeben.
Nun denkst du möglicherweise: „Moment, mein Notebook hier ist doch offensichtlich ein Computer! Mit dem Internet verbunden ist er auch! Könnte das nicht mein Webserver sein?“ Und in der Tat: das geht! Aber:

  • es sind ein paar Klimmzüge notwendig, um deinen Computer im Internet erreichbar zu machen. Das hat etwas mit den oben beschriebene IP-Adressen zu tun.
  • wie immer ist ein Computer ohne Software ziemlich unnütz. Du brauchst also Software, die das Bereitstellen der www-Dateien auf Anfrage erledigt. Die nennt sich, um ein bisschen Verwirrung zu stiften, ebenfalls „Webserver“. Die gibt es zwar kostenlos, aber die Software ist komplex und man braucht schon einiges an IT-Wissen, um so einen Webserver einzurichten.
  • dein Notebook müsste immer laufen, wenn dein Notebook ausgeschaltet ist, ist deine Website nicht mehr erreichbar.
  • allein die Stromkosten für einen permanent laufenden Computer übersteigen die Kosten für das mieten von Speicherplatz (das nennt man dann Webspace) und Rechenleistung auf einem Webserver.

Also: wenn du nicht gerade ein Internet-Nerd bist, macht der Betrieb eines eigenen Webservers absolut keinen Sinn!

Voraussetzung 1

Das führt uns zur ersten Voraussetzung für deinen Internetauftritt: du musst bei einem Hoster, so nennt man die Leute, die Platz auf Webservern vermieten, einen Webserver, streng genommen eher ein Stück davon, mieten.

Dafür entstehen Kosten von etwa 10,–€ pro Monat.
Du bekommst dann in der Regel eine Verwaltungsoberfläche, die ein paar Dinge vereinfacht und noch ein paar andere Dinge, zu denen wir später kommen.
Hoster gibt es wie Sand am Meer, meistens bieten sie auch noch verschiedene Pakete an. Wenn du mit mir zusammenarbeiten möchtest, berate ich dich da gerne.

Deine Domain

Du erinnerst dich, wenn du meine Seiten besuchen möchtest, gibst du „www.ortliebweb.com“ ein.
Aber wieso muss man eigentlich genau das eingeben, um zu meinen Seiten zu kommen? Wäre es nicht toll, wenn deine Seiten auch auftauchen würden, wenn jemand amazon.de in seinen Browser eintippt? Dann würden alle, die etwas bei Amazon kaufen wollen statt dessen bei deinem Angebot landen!
Das geht natürlich nicht. Damit alles mit rechten Dingen und geordnet zugeht, werden die sogenannten Domains zentral verwaltet. Die Domain ist in meinem Falle „ortliebweb.com“. Sie wird für Webseiten (www.ortliebweb.com) oder auch Emailadressen (post@ortliebweb.com) benutzt. So eine Domain muss man für sich reservieren lassen und sie wird natürlich nur einmal vergeben. Du kannst Jeff Bezos also mal freundlich fragen, aber sonst wird es nichts mit amazon-Besuchern auf deiner Website.
Die Reservierung, du ahnst es, kostet Geld. Wie viel, das hängt von der sogenannten Toplevel-Domain ab, also .com oder .de zum Beispiel. Meistens ist es aber nicht sehr viel und ist oft bereits in den Kosten zur Anmietung eines Webservers (s.o.) enthalten.

Voraussetzung 2

Du brauchst eine freie Domain, die du bei einem Registrar (diesen Job übernimmt in der Regel der Hoster für dich) für dich reservieren musst.

Ähnlich verhält es sich mit einem sogenannten SSL-Zertifikat für die verschlüsselte Übertragung von Daten.
Dazu ließe sich ein eigener Artikel schreiben, deswegen nur so viel: man kann heute nicht wirklich darauf verzichten und wenn alles OK ist, sieht es in etwa so aus:

Ansonsten gilt auch hier: es kosten nicht viel und ist in der Regel im Paket vom Hoster enthalten.

Voraussetzung 3

Du benötigst ein SSL-Zertifikat, damit die Daten von deinem Webserver und zu deinem Webserver (wenn es z.B. ein Kontaktformular auf deiner Website gibt) verschlüsselt übertragen werden.

Deine Website

Nachdem die Verwaltung nun geklärt ist kommen wir zum Wichtigsten, das was deine Website ausmacht und warum es sie überhaupt gibt: die Inhalte! Also Texte, Bilder, Videos, Kontaktformular, Farben, Schriftarten usw.!

Da gibt es jetzt auch wieder viele Möglichkeiten. In Wirklichkeit sehr, sehr viele, aber hier die Wichtigsten.

Selbst programmieren

Wir haben gelernt, dass das www – neben Fotos, Videos, Musikdateien – aus Dateien besteht, die das Aussehen einer Webseite beschreiben. Das sind ganz normale Textdateien, die man in einem entsprechenden Programm direkt schreiben kann. Dazu kommen, wie gesagt, Programmteile, die direkt im Browser ausgeführt werden. Auch das sind Textdateien, die man schreiben kann – wenn man kann.
Damit hat man wirklich alle Möglichkeiten, die Website in Aussehen und Funktion so zu gestalten, wie man möchte.
Der Nachteil: man muss programmieren können, um das umzusetzen. Jede Änderung, also z.B. einfach das Einfügen eines neuen Termins auf einer bestehenden Seite, braucht Programmierkenntnisse.
Und dieses Vorgehen ist sehr aufwändig, sprich teuer.

Unterstützung durch Software

Man benutzt ein sogenanntes CMS, ein Content Management System.
Der bekannteste Vertreter ist WordPress, es gibt aber auch viele andere. WordPress selber ist kostenfrei.
Das ist im Grunde Software, die auf dem Webserver installiert wird. Gerade im Falle von WordPress erleichtern viele Hoster den Einsatz durch eine einfache Installation. Dann bekommt man eine Bedienoberfläche (das „Backend“), die im Browser angezeigt wird, mit der man seine Website verwaltet und auch die einzelnen Seiten designt.
Grundsätzlich ist man in Design und Funktionalität etwas eingeschränkter als mit der ersten Methode. Aber, Fluch und Segen zugleich, die Systeme sind fast unendlich erweiterbar. Dadurch kommt man zwar am Ende quasi auch zu jedem Design und jeder Funktionalität, die man sich wünscht. Aber es führen auch so viele Wege nach Rom, dass man manchmal das Gefühl hat, an den Alpen hängen zu bleiben.
Und falls es etwas gibt, dass mit dem eigentlichen System und den verfügbaren Erweiterung nicht erreicht werden kann, ist es möglich, einzelne Teile umzuprogrammieren bzw., zu ergänzen (s. „Selber programmieren„), um zum Ziel zu kommen.

Ein Vorteil ist, dass die Inhalte leichter von Laien geändert werden können. Das grundsätzliche Design und die Funktionen können also von Fachleuten erledigt werden, aber die Inhalte können von Leuten, die sich mit dem Thema auskennen, also z.B. von dir, angepasst werden.

Man muss bei einem CMS beachten, dass es sich um Software handelt, die auf dem Webserver ausgeführt wird. Sie bracht die gleiche Pflege, wie jede andere Software, also vor allem regelmäßige Updates!

Baukastensystem

Das ist die einfachste, aber auch am wenigsten flexible Methode.
Hier handelt es sich im Grunde um eine Bündelung aus Hosting und eigenem CMS des jeweiligen Abieters.
In einer Art Baukasten können im Browser die Webseiten zusammengeklickt werden. Es gibt natürlich verschiedene Designs (in der Form von Designvorlagen) und Anpassungsmöglichkeiten. Aber man ist in Design und Funktionalität auf die Vorgaben des Baukastens beschränkt.
Dafür sind die technischen Hürden am niedrigsten, sowohl bei der Einrichtung, als auch der Gestaltung und Pflege.
Die Kosten sind etwas höher, da der Anbieter, neben dem Webserver auch noch seinen Baukasten entwickeln und pflegen muss.
Außerdem begibt man sich in eine gewisse Abhängigkeit vom Anbieter des Baukastens. Die Inhalte können nicht ohne weiteres zu einem anderen Anbieter übertragen werden.
Bekannte Vertreter sind Squarespace, Wix und Jimdo.

Voraussetzung 4

Das ist also die vierte und letzte Voraussetzung. Die Inhalte für deine Website müssen erstellt werden.

Ich hoffe, du hast damit einen Einblick bekommen und nun ein besseres Gefühl für die Zusammenhänge.
Deine noch offenen Fragen kannst du gerne in die Kommentare schreiben.
Viel Erfolg beim Weg zu deiner eigenen Website!

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